Informationen zum Projekt DA/RE

Hintergrund und Ziele

Das Energiesystem ist im Wandel. Bestimmten früher große Kraftwerke die Erzeugungslandschaft, so sind es heute zunehmend dezentrale Anlagen, die erneuerbare Quellen nutzen. Das hat auch Auswirkung auf die Stromnetze. Die Einspeisung wird volatiler, der Betrieb der Netze herausfordernder, der Bedarf an Maßnahmen zur Netzstabilisierung größer.

Darum haben die baden-württembergischen Stromnetzbetreiber TransnetBW und Netze BW eine Initiative ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, auf einer digitalen Plattform Maßnahmen zur Netzstabilisierung über alle Netzebenen hinweg zu koordinieren. Dieser neue integrierte Ansatz soll es künftig allen Netzbetreibern ermöglichen, Anlagen, die auf Verteilnetzebene angeschlossen sind, zur Netzstabilisierung einzusetzen. Konkret geht es um Redispatch, also die Anpassung der Leistungseinspeisung bei regionalen Überlastungen im Netz.

Die Plattform soll auch die Umsetzung der neuen europäischen Anforderungen an den Datenaustausch zwischen Netzbetreibern unterstützen und transparent machen, welche Redispatch-Leistung verfügbar ist und eingesetzt werden kann. Dies sind beispielsweise Erzeugungsanlagen, Speicher oder Großabnehmer, die ihren Verbrauch anpassen können. So steht in Summe mehr Redispatch-Leistung zur Verfügung, und der Einsatz der Anlagen erfolgt koordiniert im Gesamtsystem.

Wofür steht DA/RE

Der Name der Initiative leitet sich direkt von ihrem Zweck ab: DA/RE steht für „DAtenaustausch/REdispatch“. Das Wort „dare“ bedeutet im Englischen aber auch „Neues wagen“. Das tun die Initiatoren: Denn bevor künftig dezentrale Anlagen, teilweise in sehr großer Zahl, über Spannungsebenen hinweg koordiniert eingesetzt werden können, müssen noch viele Detailfragen beantwortet werden. DA/RE wird den Rahmen für die dazu notwendige enge Zusammenarbeit aller Netzbetreiber bieten.

Motivation

Eckpunkte

Die Initiatoren wollen die digitale Plattform-Lösung im Jahr 2021 implementieren; dem wird ab 2019 eine Pilotphase vorausgehen. Im Rahmen der Pilotphase sollen verschiedene praxisrelevante Detailfragen zunächst geklärt und nach Möglichkeit getestet werden, welche für die Entwicklung der Ziellösung notwendig sind. Damit startet das Projekt bereits zu einem frühen Zeitpunkt in die Umsetzung, weswegen verschiedene Eckpunkte festgehalten wurden.